24 June 2021
   
 
 
 
 
    Clips
    Team MLMS
    Proben MLMS
    Sponsoren
    Ausstellung
        Ausstellung Hintergrund
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
   Cocon KulturvereinProjekteMein Leben mir selbst!Ausstellung Ausstellung Hintergrund

Wie den Frauen der Faden aus der Hand genommen wurde - eine kurze Geschichte über das spinnen

In allen Kulturen war die Tätigkeit des SPINNENS bekannt. In Ägypten und Anatolien z.B. wurden bei Ausgrabungen um 8.000 vor Christus Opens external link in new windowSpinnwirtel gefunden. Sie waren das Symbol für Wiedergeburt und weiblicher Energie.

 

In den mytischen Überlieferungen spinnen die Opens external link in new windowNornen, die drei Schicksalsgöttinen, den LEBENSFADEN zu einem WELTGEWEBE.
Sie sind die Gebieterinnen über Leben und Tod und halten Anfang und Ende in Ihren Händen.

 

Das SPINNEN ist also eine uralte Kunst und eine Erfindung der Frauen.

 

Die beginnende Sesshaftigkeit der Menschheit brachte in der Steinzeit Ackerbau und Tierzucht. Hanf, Flachs und Tierhaare waren die Rohstoffe und die Vorraussetzung für viele Tätigkeiten. Die Herstellung von Fäden war eine große Bedeutung für die Ausstattung von Wohnräumen und Kultstätten.

 

Gewebe lieferten die ersten Waren als Austauschprodukt für den Markt, sie waren leicht und haltbar. Wenn die Frauen fleißig waren, sicherte dass den natürlichen Reichtum und Sie trugen somit bei zur LEBENSMATERIE schlechthin.

 

KLEIDUNG war ZIVILISATIONSBEGRÜNDEND - Sie unterscheidet den Menschen vom Tier.

 

Die Frauen rauften, rösteten, brachen, hechelten, zupften und krepelten das Vlies und drehten daraus Fäden. Es war eine unerschöpfliche Quelle der Arbeit von FRAUEN über Jahrhunderte. Sie hatten mit dem Spinnen sogar die Möglichkeit, ihr Auskommen zu verdienen. Eine Ungeheuerlichkeit für die damaligen schon streng patriachalen Gesellschaften in Europa. Die Frau wurde mit der Zeit von der mächtigen SCHICKSALSGÖTTIN zur wichtigen Repräsentantin der weiblichen Produktion. Die Männder waren in dei Abhängigkeit vom Fleiss der Frauen geraten. Das Märchen von der FAULEN SPINNERIN erinnert noch heute an diese Zeit.

 

Bereits 1480 konstruierten Männer in England ein Spinnrad um eine schnelle Produktion sicher zu stellen. Das war der Beginn, die Fertigkeit des Spinnens in mechanisch funktionierende Arbeitsabläufe zu zwingen.

 

Dann 1764 wurde die erste SPINNMASCHINE erfunden, sie ersetzte die spinnenden Frauen und leitetet das maschinelle Industriezeitalter in Europa ein. Die Männer waren nun nicht mehr abhängig vom Funktionieren der Frauen, sie hatten sich in die weit größere Abhängigkeit und Ausbeutung von Maschinen begeben.

 

In Österreich gab es noch bis vor 80 Jahren die Hausindustrie, wo in jedem Haus noch ein Spinnrad und ein Webstuhl stand. Heute können die meisten Frauen keinen Faden mehr drehen und erinnern sich gerne an ihre Kindheit, wo im Winter die Spinnstuben noch voll Leben waren.

 

Ich habe dieses archaische Handwerk erlernt und den Faden wieder aufgenommen und ihn mit den vielen, vielen Frauen im Orient, die immer noch mit der Spindel spinnen, verknüpft.

 

Uns verbindet ein SCHICKSALSFADEN.

Opens internal link in current windowKatharina Dolleschka, 2007

Copyright © 2008 Cocon-Kultur (typo3, urban nomad) Projekte |  Sponsoren   
>